Clean ups

schmutzige hände für saubere Gewässer 

Jeden Tag landen 10 Billiarden Tonnen Abfall in unseren Meeren und Ozeanen – Abfall, den wir Menschen produzieren.

Eine Expertengruppe der Vereinten Nationen zum Thema Meeresverschmutzung geht davon aus, dass 80% der im Meer gefundenen Abfälle vom Land kommen. Diese Abfälle wurden nicht ordnungsgemäß entsorgt, nicht durch ein Abfallssystem aufgefangen und gelangen somit durch den natürlichen Wasserkreislauf in unsere Ozeane. Die restlichen 20% der Abfälle wurden entweder an Flussufern entsorgt oder landen durch maritime Aktivitäten wie Seefracht, Fischerei, Austernzucht und Wassersport direkt im Meer.

Sind sie erst einmal im Wasser angekommen, haben die Abfälle gravierende Auswirkungen auf das maritime Ökosystem. Lebewesen und ihre Lebensräume werden durch die Verschmutzung bedroht insbesondere durch Plastikabfälle, die einen Anteil von 60 – 90 % der identifizierten Abfälle in unseren Meeren und Ozeanen haben. Unter dem Einfluss von Wind, Wasser und Sonne zersetzen sich diese zudem in unzählige Mikropartikel, die kaum überschaubar bzw. kontrollierbar sind.

Die momentane Regulation von Meeresabfällen ist angesichts der alarmierenden Zahlen hochgradig unzureichend. Auf internationalem Level finden diese zwar Erwähnung, sind jedoch nicht Teil einer Gesetzgebung. In Europa gibt es derzeit breitere Richtlinien zur Vermeidung und zur Reduzierung der Abfälle in unseren Ozeanen. Spezifische Regulierungen, die auf nationaler Ebene in der Europäischen Union Anwendung finden, existieren aber noch nicht.

Wie hält man den Abfall am besten von den Meeren fern? 

Die Wurzeln des Verschmutzungsproblems liegen in der Einstellung unserer Konsumgesellschaft: „Fördern, Produzieren, Konsumieren, Wegwerfen“. Wie die Abfallmassen in unseren Gewässern zeigen, wurde sich viel zu lange nach diesem Prinzip gerichtet. Wir müssen uns neu orientieren und über ein alternatives Produktionssystem nachdenken:

  • Ökologische Produktion
  • Verbesserung der Produktionsabläufe
  • Zweitnutzung von Produkten
  • Wiederverwertung
  • Verlustverminderung und
  • Vermeidung von Abfallprodukten und Abfällen im Allgemeinen

Ein solches System würde automatisch zu weniger Abfällen im Meer führen, erfordert jedoch neue Maßnahmen zur Prävention und die Aufklärung und Sensibilisierung der Menschen.

Surfrider versucht diesen Prozess mit dem Programm „Ocean Initiatives“ zu unterstützen. Das Projekt wird laufend verbessert und erweitert. Fester Bestandteil bleiben aber die Müllsammelaktionen, die regelmäßig mit Surfrider an Gewässern und Grünflächen stattfinden. Der jeweils nächste Termin ist auf https://www.initiativesoceanes.org/de/ bzw. unserer Facebook-Seite sowie (bald) in unserem Kalender zu finden. Clean-Ups sind natürlich offen für alle, die einen Beitrag leisten möchten. Wir freuen uns über jede helfende Hand!